11,5 Mio. Euro sollen pro Jahr zusätzlich in die Kassen

Gebührenerhöhung: Wasserpreis für Kassel und Vellmar steigt

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Bald kostet das kühle Nass mehr: In Kassel und Vellmar sollen die Gebühren für Wasser steigen. Und zwar ziemlich bald.

Wasser wird nun teurer - zumindest in Kassel und in Teilen des Landkreises Kassel. Doch warum steigt der Preis?

Die Kasseler und Vellmarer müssen für Trink- und Abwasser bald mehr bezahlen. In den Kommunen, die von den Städtischen Werken und Kasselwasser gemeinsam versorgt werden, steigt zum Januar 2019 zunächst die Abwassergebühr und ein Jahr später steigt die Trinkwasserabgabe. 

Ein Beispiel: Eine vierköpfige Familie muss für beide Gebühren mit einer Mehrbelastung von insgesamt 140 Euro im Jahr rechnen. Die Stadt und ihre Unternehmen begründen die Gebührenerhöhung mit den steigenden Kosten. Insgesamt sollen so jährlich 11,5 Mio. Euro zusätzlich in die Kassen gespült werden. 

Das Geld werde gebraucht, um etwa eine zusätzliche vierte Reinigungsstufe in der Kläranlage zu installieren, die auch Mikroplastik und Medikamentenrückstände aus dem Wasser beseitigt. Die Technik ist nach EU-Recht künftig vorgeschrieben. Allein dafür plant Kasselwasser mit Ausgaben von 15 Mio. Euro. 

Wasserpreis in Kassel und Vellmar: Gebühren für Trinkwasser gesplittet

Die Gebühren werden aber nicht nur angehoben, sie werden beim Trinkwasser auch aufgesplittet. Ab 2020 wird es eine Anschluss-, Bereitstellungs- und Verbrauchsgebühr geben. Bislang gilt eine allgemeine Gebühr von 2,14 Euro pro Kubikmeter. Diese orientiert sich allein am Verbrauch. Beim neuen Modell ist der Kubikmeter Wasser mit 1,98 Euro sogar günstiger, dafür fallen die Grundgebühren je nach Hausanschluss und Anzahl der Wohneinheiten mit 85 bis 127 Euro jährlich deutlich ins Gewicht. So will die Stadt dem Umstand Rechnung tragen, dass allein die Bereitstellung der Leitungen hohe Kosten verursacht. 

Das Preismodell hat zur Folge, dass Einpersonenhaushalte mit deutlicheren Erhöhungen rechnen müssen als Familien. Wer zudem in einem Mehrfamilienhaus statt in einem Einfamilienhaus lebt, für den fallen die Steigerungen ebenfalls geringer aus. „Teurer wird es für alle. Wir haben aber versucht, dies sozial abzufedern“, sagt Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD).

Mehr Wasserkosten nach heißem Sommer?

Im Frühjahr ist es bei vielen wieder soweit: Die Nebenkostenabrechnung flattert ins Haus. Doch ist wegen es sehr heißen Sommers 2018 mit erhöhten Nebenkosten zu rechnen? Der Deutsche Mieterbund geht nicht davon aus.

Warum die Nachzahlung für Wasser wohl niedrig ausfallen wird, erfahren Sie in diesem Artikel.

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